Da die einzelnen Pixel eines
CCD-Sensors nur Helligkeits-, nicht aber Farbunterschiede
erkennen, kommen zur Erfassung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau in
den verschiedenen Digitalkameras unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Das zeitraubende Threepass-Verfahren, bei dem in älteren Scannerkameras die
Bildfläche dreimal hintereinander mit einem jeweils anderen
Farbfilter abgetastet
wurde, findet sich heute praktisch nicht mehr. Moderne Scannerkameras verfügen
stattdessen über eine trilineare Scannerzeile, die die Grundfarben in nur
einem Durchgang erfasst. Verschiedene Ansätze finden sich bei Kameras mit
CCD-Flächensensoren. Bei so genannten
Three-shot-Kameras entsteht das Farbbild
durch drei aufeinander folgende Teilbelichtungen, wobei bei jeder Aufnahme
ein anderer
Farbfilter vor das Objektiv oder direkt vor den CCD-Chip gesetzt
wird. Bei
One-shot-Kameras mit
RGB-Sensoren dagegen wird die Farbtrennung
auf dem
Chip selbst realisiert, dessen Pixel hierzu mit einem Muster von
winzigen
Farbfiltern bedampft sind. Da so jedoch nur jeweils ein Farbwert
pro Bildpunkt erfasst wird, ist eine qualitätsmindernde
Farbinterpolation
erforderlich. Auch hier gibt es allerdings unterschiedliche Ansätze, so etwa
in den Modellen von Kodak, in der PDC 2000 von Polaroid oder im Catchlight-Rückteil
von Leaf.
Multi-Chip-Kameras wie die Agfa Actioncam oder die baugleiche RD 175 von
Minolta dagegen verfügen - ebenso wie die Sony DKC-5000 und die Fuji HC-1000/HC-2000
- nicht nur über einen, sondern über drei
Flächensensoren. Ein optisches
Prisma (Strahlteiler) separiert das einfallende
Licht in seine Farbbestandteile
und lenkt diese jeweils auf einen
Chip. Dadurch lässt sich der Qualitätsverlust
durch die nachträgliche
Interpolation reduzieren.
Das so genannte
Microscanning kommt dagegen in der
Kontron Progres 3012 zum
Einsatz. Hierbei wird der ebenfalls mit winzigen
Farbfiltern bedampfte
Flächensensor
während der Aufnahme durch eine Piezo-Elektronik in eine Vielzahl von Positionen
verschoben, wodurch einerseits die
Auflösung erhöht wird, andererseits für
jeden Bildpunkt die erforderlichen drei Farbwerte physikalisch erfasst werden.
Wieder eine andere Methode kommt im Carnival 2000-Rückteil von Color Crisp
zum Einsatz, das wahlweise im One-shot- und im Multiple-shot-Modus arbeiten
kann. Hier dient die Piezoverschiebung, die den
Flächensensor im Multiple-shot-Modus
in vier verschiedene Positionen bewegt, allein der Farberfassung.